Familie und Freunde als Kreditgeber: Was muss ich beachten?

 

Familie und Freunde als Kreditgeber: Was muss ich beachten?

Wenn man einen Kredit benötigt, geht man zunächst zur Bank oder einer Sparkasse. Lehnen aber gleich mehrere Banken das Kreditgesuch ab, muss man sich nach Alternativen umsehen. Wer kleinere Summen benötigt oder gut betuchte Familienmitglieder bzw. Freunde in seinem Umfeld weiß, kann sich auch auf diesem Weg Geld leihen. Auf den ersten Blick weist das natürlich positive Aspekte auf, jedoch kann es auch zu Problemen kommen. Es heißt nicht umsonst: Bei Geld hört die Freundschaft auf. Was es zu beachten gilt, wenn Sie sich Geld von Personen aus ihrem Umfeld leihen, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Mann mit Geldscheinen in der Hand und Dollar-Halskette

 

Bild: Der reiche Onkel springt gerne mal ein, wenn finanzielle Nöte bestehen. Bildquelle: mikeledray – 477642868 / Shutterstock.com

 

Die Gründe für die Ablehnung eines Kredites bei der Bank können vielfältig sein. Die meisten Kreditanträge werden aufgrund einer negativen Auskunft bei der SCHUFA abgelehnt. Darüber hinaus können folgende Punkte zur Ablehnung führen:

  • Der Antragsteller befindet sich in einem befristeten Arbeitsverhältnis.
  • Die Höhe des Einkommens ist zu gering.
  • Der Kreditsuchende ist zu jung oder zu alt.
  • Der Antragsteller befindet sich in der Selbstständigkeit und führt diese weniger als drei Jahre lang aus.
  • Auf dem Konto lassen sich Buchungen von Inkassounternehmen erkennen.

Die Liste ist beileibe noch nicht vollständig, lässt aber erkennen, dass es für viele Personengruppen nicht einfach ist, einen Kredit zu erhalten. Das betrifft vor allem Auszubildende, Studenten und Rentner sowie Selbstständige, die gerade mit der Existenzgründung beschäftigt sind.

Infografik über Nutzung von Krediten

Infografik: Kredite? Wozu benötigen wir diese eigentlich? Infografikquelle: investorenkapital24.de

 

 

Können die potentiellen Kreditkunden dem Finanzinstitut nicht genügend Sicherheiten bieten, wird der Kredit abgelehnt. Die Banken sind ihrerseits verständlicherweise auf die Rückzahlung der Kredite angewiesen und versuchen deshalb, ihr Risiko zu verringern.

Bevor man sich um einen Kredit bemüht, sollte man sich im Internet auf Informationsportalen wie finanzen-ratgeber.org schlau machen. Dabei ist es unwichtig, ob der Kredit von einer Bank oder von Privatpersonen ausgegeben wird. Man kann sich zumindest über die aktuell verfügbaren Konditionen informieren und Angebote besser vergleichen.

Vor- und Nachteile bei privaten Krediten

Die besten Konditionen erhält man in der Regel bei der Familie oder bei Freunden. Hier sind die Zinsen, wenn überhaupt vorhanden, sehr gering, wodurch man Geld sparen kann. Neben den geringeren Kosten weist ein Kredit in diesem Personenkreis noch weitere Vorteile auf.

Eine SCHUFA-Auskunft, also eine Überprüfung der derzeitigen Bonität, und der Eintrag bleiben aus. Das hat für die Zukunft bei Vertragsabschlüssen oder eines neuerlichen Kreditgesuchs bei einer Bank natürlich eine positive Wirkung.

Auf der anderen Seite gibt es selbstverständlich auch Nachteile, die mit einem solchen Kredit einhergehen. Zunächst kann das Verleihen von Geld die Freundschaft beeinflussen, da sich der Schuldner in einer Abhängigkeitssituation befindet.

Dies kann für viele sehr belastend wirken. Auch wenn der Gläubiger damit kein Problem hat, können selbst unterbewusst Signale gesendet werden, dass man den Freund dominiert. Hier spielt also vor allem eine psychologische Komponente mit hinein, die es nicht zu unterschätzen gilt.

Rechtliche Unterschiede zum Bankenkredit

Deshalb gehört Vertrauen als wichtiger Bestandteil zu einem solchen Unterfangen dazu. Eine langjährige Freundschaft ist deshalb für diesen Zweck sinnvoller als eine erst kürzlich geschlossene. Probleme treten meist dann auf, wenn der Schuldner das Darlehen nicht zurückzahlen kann oder der Gläubiger unerwarteterweise das Geld benötigt. Vielen fällt es zudem leichter, zunächst bei der Familie um Geld zu fragen. Voraussetzung ist hier natürlich auch ein gesundes Verhältnis.

Darüber hinaus gibt es einige rechtliche Punkte, die man beim Kreditgesuch im privaten Umfeld beachten muss:

  • Es gibt keinen Verbraucherschutz, der im Streitfall helfen kann.
  • Es besteht keine Informationspflicht seitens des Schuldners.
  • Ein schriftlicher Vertrag hat vor Gericht Bestand.
  • Wird keine Laufzeit vereinbart, kann der Gläubiger das Darlehen jederzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen.

In erster Linie ist es aus Sicht des Gläubigers wichtig, einen Vertrag über die Kreditvergabe zu erstellen. Im Streitfall hat man mit einer schriftlichen Vereinbarung gute Aussichten, seine Ansprüche vor Gericht geltend zu machen. In solch einem Fall könnte ein Gerichtsvollzieher eingesetzt werden und entsprechende Werte pfänden. Hat der Schuldner jedoch nichts, was gepfändet werden kann, oder hat dieser gar Privatinsolvenz angemeldet, kann auch nichts zurückgefordert werden.

Empfehlung: Vertrag zur Absicherung aufsetzen

Möchte man keinen Vertrag aufsetzen, um die Freundschaft nicht unnötig zu belasten oder weil man einfach keinen Grund darin sieht, sollte man zumindest Zeugen für die Übergabe des Darlehens haben. Auch eine Überweisung mit dem Verwendungszweck „Darlehen“ kann hilfreich sein. Jedoch ist bei höheren Beträgen ein Vertrag zur Sicherheit zu empfehlen. Dieser ist in wenigen Minuten aufgesetzt, im Internet lassen sich auch Vordrucke für Formulare für Darlehensverträge von Privatpersonen finden. Im Vertrag sollten folgende Dinge festgehalten werden:

  • Namen des Schuldners und des Gläubigers
  • Es muss klar ersichtlich sein, dass es sich um ein Darlehen und keine Schenkung handelt
  • Die Höhe der Darlehenssumme
  • Bestätigung des Schuldners, dass er den Betrag erhalten hat
  • Unterschriften der beiden Parteien, aber zumindest des Schuldners
  • Sofern vereinbart, den Zinssatz
  • Die Laufzeit des Darlehens

Werden Zinsen vereinbart, ist der Darlehensgeber dazu verpflichtet, die daraus resultierenden Einkünfte bei der Steuererklärung als Einkünfte aus Kapitalvermögen anzugeben. Es gibt für den Darlehensnehmer auch die Möglichkeit, die zu zahlenden Zinsen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten zu deklarieren. In diesem Fall muss der Darlehensnehmer die Zinszahlungen mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.

Bei sehr hohen Geldsummen kann es auch bei einem Kredit von Privatpersonen sinnvoll sein, eine Sicherheit einzufordern. Dies können beispielsweise ein Auto oder andere teure Gegenstände wie Schmuck sein. Bei einem Auto ergibt sich der Vorteil, dass der Gläubiger den Fahrzeugbrief respektive die Zulassungsbescheinigung Teil II verwahren kann, ohne dass der Schuldner auf die Nutzung des Autos verzichten muss, aber gleichzeitig auch nicht das Auto verkaufen kann.

Es gibt also einige Punkte zu beachten, wenn man sich von Freunden oder Familie Geld leiht, aber auch wenn man auf der Geberseite steht. Wird einem auch von vertrauten Personen kein Darlehen gewährt, sollte man die Gründe dafür akzeptieren. Es gibt auch im Internet die Möglichkeit, sich Kredite von Privat zu verschaffen. Die Kosten dafür sind zwar höher, jedoch ist dies oft ein guter Mittelweg.

Bildquelle: mikeledray – 477642868 / Shutterstock.com

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